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Schuljahr 2009/2010 | |||
Bio Gemüse aus unserem Schulgarten![]() Die Waldorfschulbewegung hat Grund zum Feiern! Mit einer Klasse und zehn SchülerInnen begann 1979 dieses riskante, aber hoffnungsvoll in die Zukunft blickende Unternehmen. ![]() Vor 90 Jahren wurde die erste Waldorfschule in Stuttgart gegründet, etwas später vor 30 Jahren die Waldorfschule in Klagenfurt. Mutige, engagierte Menschen braucht es, die einen solchen Schritt wagen, dies war in Stuttgart ebenso der Fall wie in Klagenfurt. Nach dem Ende des ersten Weltkriegs eine Waldorfschule zu gründen war sicherlich eine große Herausforderung. 1979 in Kärnten eine zu gründen, wahrscheinlich nicht weniger herausfordernd. Den mutigen Menschen, die 1979 diesen Schritt wagten, haben wir unsere Existenz zu verdanken. Mit einer Klasse und 10 Schülern begann dieses riskante, aber hoffnungsvoll in die Zukunft blickende Unternehmen. Schon im 2. Jahr waren es 4 Klassen und 35 Schüler und im Laufe der Jahre wuchs die Schülerzahl, die Klassenzahl und auch das Gebäude. 1983 übersiedelte die kleine Schule mit 6 Klassen an den jetzigen Standort in der Wilsonstr. Aber schon 1987 war das Schulhaus zu klein, der erste Zubau entstand, in dem sich heute die Unterstufe befindet. 1992 war auch dieser zu klein und der 2. Zubau wurde errichtet, in dem sich heute die Mittelstufe befindet. 1995 folgte der Ausbau des Dachgeschosses, damit entstand ein eigener Handarbeits- und Kunstraum. 2006 erwarb der Waldorfschulverein die gesamte Liegenschaft, die sich somit seit 3 Jahren in unserem Besitz befindet. In den ersten Jahren galt es jährlich um das Öffentlichkeitsrecht zu kämpfen, welches immer nur für die jeweiligen Schulstufen verliehen wurde. Im Schuljahr 1993/94 erhielt die Schule endlich das Öffentlichkeitsrecht auf Dauer für die Schulstufen 1 - 12. Damit war der Bann gebrochen und unsere Schule ist seitdem eine staatlich anerkannte Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht, was bedeutet, dass die Zeugnisse Öffentlichkeitscharakter haben und die Schüler Anspruch auf Schülerfreifahrten, kostenlose Schulbücher und Schülerbeihilfe haben. Aber leider, wie wir alle wissen, heißt dies nicht, dass der Staat die Schule finanziell unterstützen muss. Doch hier sind wir auf einem guten Weg in einem konstruktiven Miteinander mit dem Ministerium. Bei den Finanzen hat sich einiges getan. 1983 hatten Schule und Kindergarten gemeinsam ein Budget von 2,5 Mio. Schilling mit 0 Subventionen für die Schule, heute halten wir bei einem Vereinsbudget von 1,2 Mio. Euro, davon 800.000 Euro Schulbudget (dies sind in alter Währung rund 11 Mio. Schilling!) und immerhin 25 % Subventionen. Auch in den Strukturen der Schule änderte sich so manches in den 30 Jahren. Ganz selbstverständlich wurde jahrelang an 6 Tagen in der Woche unterrichtet, besuchten die Schüler 6 Tage in der Woche die Schule, heute mit der 5 Tage Woche an den Schulen undenkbar und für die jetzigen Schuleltern wahrscheinlich kaum mehr vorstellbar, dass wir als Schulgemeinschaft ein Jahr darüber diskutierten. Auch in der inneren Struktur änderte sich viel, von „alle machen alles und sind für alles zuständig“ hin zu delegieren. So entstand vor 10 Jahren das Triorat (3 Personen), eine ganz besondere Form der Schulleitung, die es meinem Wissen nach in der Form an keiner anderen Waldorfschule gibt. Viele Arbeitskreise sind entstanden, die aktiv und mit viel Engagement die Schulgemeinschaft, das Kollegium und den Vorstand unterstützen. Die Pädagogik, bzw. das Unterrichten an der Schule hat sich in den 30 Jahren natürlich Veränderungen unterzogen, heute zu unterrichten wie vor 30 Jahren wäre undenkbar! Besonders eindrucksvoll erlebt man dies immer wieder, wenn ein(e) Kollege/in zum 3. bzw. 4. Mal eine erste Klasse übernimmt, da erfährt man wie ganz anders diese 1. Klasse ist, als die letzte oder vorletzte 1. Klasse. Es ist schön, dass wir in unserem Kollegium auf diese Erfahrungen zurückgreifen können und mehrere Kollegen der ersten Jahre noch immer an der Schule tätig sind. Bis zum Jahr 1995 mussten die SchülerInnen der 9. Klasse noch eine externe Hauptschulprüfung in allen Fächern ablegen. Die Befreiung davon war eine große Entlastung. 2003 begann wieder eine neue Etappe, das erste Maturajahr. Vielleicht erleben wir es ja noch, dass auch dies wieder abgeschafft werden kann und die SchülerInnen mit einem Waldorfabschluss die Universitätszugangsberechtigung erhalten. Im Spannungsfeld zwischen traditionellem, für viele eindeutigem Bild einer Waldorfschule und moderner sich der Außenwelt öffnender Waldorfschule hat sich die Waldorfschule Klagenfurt von ihren Anfängen weg immer bewegt und dadurch ihren eigenen Weg gefunden. Dass sich die Schule seit 26 Jahren gerade hier in der Wilsonstr. befindet, kommt wohl nicht von ungefähr. Es ist einfach unser Platz - hier zwischen der Alpen-Adria-Universität und Minimundus, zwischen der grenzüberschreitenden Wissenschaft der Universität und den internationalen Gebäuden am Minimundus, da gehören wir hin. |
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