Die Oberstufe in der Waldorfschule Klagenfurt

Unser Ziel in der Oberstufe der Waldorfschule ist es, einen Unterricht anzubieten, der unsere Schülerinnen und Schüler auf der einen Seite befähigt, ihre eigenen Vorstellungen und Fähigkeiten weiter zu entwickeln und einzubringen und damit den Anforderungen nach der Schule kreativ und selbständig begegnen zu können und auf der anderen Seite ist es uns wichtig, unsere Schülerinnen und Schüler an ihren Aufgaben wachsen zu lassen, ihnen Erfolg erlebbar zu machen und ihre Neugierde zu erhalten.

Wichtig ist uns, unsere Schülerinnen und Schüler in ihrer Entwicklung zur Unabhängigkeit, Einfallsreichtum und Verantwortungsbewusstsein, Eigeninitiative und im aktiven Interesse an ihrer eigenen Weiterentwicklung und an die der Welt zu unterstützen.

Darauf basierend hat unsere Schule erkannt, dass es notwendig ist, ein qualitätsgestütztes Curriculum anzubieten, das ein breites Fächerangebot mit praktischen und theoretischen Inhalten gewährleistet.

Steiner School Certificate

Unsere Schule hat sich für die Einführung des „Steiner School Certificate“ (SSC) in der Oberstufe entschieden. Diese aus Neuseeland kommende Methode zur Strukturierung und Qualitätssicherung der Oberstufe haben wir aus zwei Gründen eingeführt:

  1. Schüler_innen und Lehrer_innen bekommen mit dem SSC als Qualitätsinstrument eine möglichst klare Einschätzung der Lernergebnisse. Trotz der vorgegebenen Struktur wird auf die individuelle Förderung der Schüler_innen Wert gelegt, so dass sie die Möglichkeit haben, ihren Stärken und Fähigkeiten entsprechend Schwerpunkte zu legen. Gleichzeitig ist es uns möglich, die Inhalte und Philosophie der Waldorfpädagogik in der Oberstufe zu leben.

  2. Schüler_innen, die unsere Oberstufe mit dem Steiner School Certificate durchlaufen, haben bei einem positiven Abschluss die Möglichkeit, eine Hochschulzugangsberechtigung zu erwerben.

Matura

Parallel zum Steiner School Certificate begleiten wir unsere Schüler_innen auf dem Weg zur Matura. Das funktioniert ab dem Schuljahr 2017/2018 in Kooperation mit dem Abendgymnasium Klagenfurt. In diesem speziell auf die Waldorfschule zugeschnittenen und begleiteten Modulsystem haben wir weiterhin die Möglichkeit, nicht die Zentralmatura, sondern die Matura nach dem alten System abzulegen. Damit bieten wir unseren Schüler_innen eine Reifeprüfung auf Raten, indem sie ab dem Ende des 1. Semesters vorgezogenen Maturaprüfungen machen können und sogar Französisch als Reifeprüfungsfach wird angeboten.

Unsere Ansprechpartner beim Abendgymnasium sind die Direktorin: Mag. Dr. Anneliese Theuermann und der Leiter der Externisten-Prüfungskommission Dr. Gerald Koitz. An unserer Schule werden unsere Maturant_innen weiterhin von Mag. Birgitt Morris begleitet.

FAQ`s: zur Oberstufe

Ist das SSC eine „Waldorfmatura“?

Nicht als solche, denn eine Matura ist ein staatlicher Abschluss. Er kann daher auch nur von staatlicher Stelle ausgestellt werden. Das SSC ist so wie das IB (Internationale Bakkalaureat) oder auch die STBP (Studienberechtigungsprüfung) eine, durch die Lissabonner Anerkennungskonvention abgesicherte Möglichkeit zum Zugang zur tertiären Bildung.

Wird die Matura auch weiterhin an der Waldorfschule angeboten werden?

Wir bieten unsere Schülerinnen und Schüler weiterhin eine Begleitung bis zur Matura an. Ab dem Schuljahr 2017/2018 wird die Matura in Kooperation mit dem Abendgymnasium Klagenfurt durchgeführt.

Wird der Waldorflehrplan durch das SSC verändert?

Gerade das ist der Vorteil des SSC, denn das Zertifikat ist auf den Lehrplan der Waldorfschulen zugeschnitten. Das SSC beeinflusst dabei weniger den Lehrplan als die Qualität des Assessments (eine gute Übersetzung für diesen Begriff haben wir noch nicht gefunden, denn Assessment ist mehr als eine „Prüfung“ oder eine „Beobachtung“). Bei einem Kongress über Abschlüsse im europäischen Kontext in Luxembourg wurde die Bedeutung des „Assessment for Learning“ im Gegensatz zum „Learning for Assessment“ thematisiert und das SSC als Beispiel für diesen Prozess genannt. Es geht also nicht um das Was wir unterrichten, noch nicht einmal um das Wie, sondern um das Bewusstsein Wozu.

Sollte sich die Waldorfschule nicht mehr an den „Gegebenheiten“ der öffentlichen Bildungslandschaft orientieren?

Hinter der Idee der Waldorfschule steht die Idee, dass Bildung nicht von der Lehrerin, dem Lehrer vermittelt wird, sondern sich die Schülerin und der Schüler an dem bildet, was die Lehrerin und der Lehrer ihr und ihm zur Verfügung stellen. Das gewährleistet das SSC. Bildung passiert auf ganz unterschiedlichen Ebenen: In praktischer Erfahrung (die Waldorfschulen haben in jedem Schuljahr zumindest ein größeres Praktikum) in gedanklicher Durchdringung (neben Lesen und diskutieren steht die Unterstützung des freien eigenen Denkens in aktiver Mitarbeit im Mittelpunkt) und in künstlerischer Auseinandersetzung (Kunst / Theater/ Musik / Eurythmie). Jedem Menschen soll sein Potential auf Wachstum ermöglicht werden. Das SSC kann dafür ein sehr mächtiges Werkzeug sein.