Chronik

chronik2Die Gründung der Waldorfschule Klagenfurt wurde von engagierten Eltern des seit 1975 bestehenden Waldorfkindergartens Klagenfurt vorangetrieben. Was dazu nötig war? 100% Begeisterung, 100% Engagement und ganz viel Improvisationstalent.

Im Herbst 1979 war es dann endlich so weit: Die erste und damals einzige Klasse hielt in der Linsengasse 21 Einzug - im 1. Stock des Gebäudes, in dem nach wie vor der Waldorfkindergarten untergebracht ist. In der Gründungsklasse gab es neun Mädchen und einen Buben. Die notdürftige Einrichtung stammte aus den ausgemusterten Altbeständen anderer Schulen. Bürokratie? Ein Fremdwort!

Schon im zweiten Jahr ihres Bestehens war die dritte österreichische Waldorfschule auf vier Klassen mit insgesamt 35 Schülern angewachsen. Zwei Klassen mussten aufgrund der Raumknappheit in einem Wohnhaus in der nahe gelegenen Waidmannsdorferstraße eingemietet werden. Im Laufe der darauffolgenden Jahre stiegen die Schüler- und Klassenzahlen kontinuierlich an, sodass ein weiterer Umzug notwendig wurde.

1983 übersiedelte die kleine Schule mit ihren damals sechs Klassen an ihren jetzigen Standort in der Wilsonstraße 11. Doch schon vier Jahre später platzte auch das neue Schulhaus aus allen Nähten: der erste Zubau entstand. Der zweite Zubau wurde 1992 errichtet. 1995 folgte der Ausbau des Dachgeschosses. 2006 erwarb der Waldorfschulverein Kärnten die gesamte Liegenschaft.

Im Schuljahr 1993/94 erhielt die Schule das dauerhafte Öffentlichkeitsrecht für die Schulstufen 1 bis 12. Seither ist sie eine staatlich anerkannte Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht und Zeugnissen mit Öffentlichkeitscharakter. Im Schuljahr 2003 erfolgte der Startschuß für das erste Maturajahr.

Im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne hat sich die Waldorfschule Klagenfurt seit ihren Anfängen immer beweglich und innovativ gezeigt - und dadurch ihren eigenen Weg, aber auch ihren festen Platz gefunden: nicht von ungefähr zwischen Wörthersee, Alpen-Adria-Universität und Minimundus.

Anfänge und Schulentwicklung in Österreich
1927 wurde im Zentrum von Wien die erste Waldorfschule Österreichs gegründet. Was folgte war eine lange, abenteuerliche Phase des Aufbaus und Wachstums, die vor allem vom Ringen um die von den damaligen Schulbehörden auferlegten Einschränkungen geprägt war.

1938 brachte der Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland das Aus für die junge Schule. Auch die Waldorfschulen in Deutschland fielen den Verboten der Nationalsozialisten zum Opfer. Die Nazis begründeten die Zwangsschließungen der Waldorfschulen unter anderem mit der Unvereinbarkeit der Waldorfpädagogik mit nationalsozialistischen Erziehungsgrundsätzen.

Der Neustart nach dem 2. Weltkrieg gestaltete sich schwierig. Der durch das Verbot aufgelöste Schulverein wurde zwar 1947 erneut angemeldet, doch die Waldorfschule wurde erst 1963 von einer Elterngruppe in Form häuslichen Unterrichts neu gegründet. Im Herbst 1966 wurde die Rudolf Steiner Schule Wien eröffnet.

Heute gibt es in Österreich 14 Waldorfschulen, weltweit sind es über 1000 Schulen in mehr als 60 Staaten, 400 davon allein in Europa.